Alles hat eine Geschichte – Die Bewegungsräume
Alles hat eine Geschichte, so auch die Entwicklung der MAS zur „bewegten Schule“, in der sich Bewegung als roter Faden durch den „ganzen Tag“ zieht.
Seit dem Jahr 2003 ist Bewegung an unserer Schule in Abstimmung mit den Eltern und Schülern in alle Bereiche des schulischen Lebens „eingepflegt“: ins Schulprogramm, in den Stundenplan, in zahlreiche Schulveranstaltungen usw. und bildet so eine der starken Säulen. Anerkannt und bestätigt wird dieses Konzept nicht zuletzt auch durch den Gewinn vieler Schulpreise.
Ein sicherlich glücklicher, wenn auch nicht alles entscheidender Umstand ist und war die günstige Infrastruktur für die Förderung von Bewegung im „Ganztag unserer Schule“, welche in Teilen nur ausgebaut, erneuert oder teilweise auch „nur“ erhalten werden musste.
So besitzen wir z.B. einen großen Schulhof mit Basketballanlage, Tischtennisplatten und Skater-Parcours.
Weitere Bewegungsräume unserer Schule sind eine kleine Turnhalle (in die wir 2003 eine kleine Kletterwand eingebaut haben), ein Lehrschwimmbecken und eine große Aula.
Für die Entspannung „ohne Bewegung“ steht den Kindern als Ruheraum zum „Chillen“ die ehemalige Hausmeisterwohnung – als Schülerstation – zur Verfügung.
Immer geöffnet in den Pausen bietet die Schulsozialarbeit dort Snacks und Getränke an. Es gibt eine kleine Bibliothek und zwei Rückzugsräume. Häufig wird die Schülerstation auch für Seminare (auch extern) genutzt.
Einen wichtigen Anteil des Bewegungskonzeptes bildet die Erweiterung der Bewegungsräume durch den Einbezug außerschulischer Sportanlagen. Nur fünf Minuten entfernt stehen Dreifachturnhalle, Schwimmbad (50m Becken, Sprunganlage, Nichtschwimmerbecken, Beachvolleyball-Feld, Kicker-Kleinfeld) und ein Stadion (Kunstrasen, Tartan-Leichtathletikanlage) zur Verfügung.
Schließlich befindet sich direkt hinter der Schule eine still gelegte Bahntrasse, die als Rad- und Wanderweg ausgebaut ist und beste Möglichkeiten für Spaziergänge, Ausdauerläufe, Schnitzeljagden oder Exkursionen z.B. im Bereich Erdkunde oder Biologie (Stichwort bewegter Unterricht) bietet.
Alles hat eine Geschichte – Das Bewegungskonzept
Angefangen hat alles im Jahr 2003 mit der Festschreibung von Bewegung und den damit verbundenen Aktionen und Projekten im Schulprogramm. Basierend auf der damaligen Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass der Bewegungsmangel der Schüler/innen und nicht die Essgewohnheiten ausschlaggebend seien für eine Verdoppelung von Kinderdiabetes in den folgenden 15 Jahren, wurde an der MAS ein Bewegungskonzept entwickelt.
Sport im Rahmen des Pflichtunterrichtes
Für die Orientierungsstufe wurde ein spezielles Bewegungsprogramm initiiert und eine erhöhte Anzahl von Sportstunden gewährleistet. Verpflichtend im Stundenplan aller Jahrgangsstufen sind drei Unterrichtsstunden Sport mit je 60 Minuten, in der Orientierungsstufe auch Schwimmen. Möglich wird dies durch den erhöhten Zeitrahmen im Ganztag, wo auch in der fünften und sechsten Stunde (13.25 – 14.25 Uhr und 14.30 – 15.30 Uhr) Bewegung stattfinden kann.
Das Fach Sport wird an unserer Schule nur von Kolleg/innen unterrichtet, welche die Fakultas Sport besitzen. Ebenso zum Standard gehören ein Sporteingangstest und die Überprüfung der Schwimmfähigkeit.
Im Sportunterricht selbst bewegen wir uns natürlich innerhalb der curricularen Vorgaben der Sekundarstufe I, wobei wir in der Fachschaft Sport entschieden haben, grundsätzlich in der Orientierungsstufe ein großes Ballspiel einzuführen.
„Bewegte Fahrten“
Auch bei Klassenfahrten wird der Bewegung eine sehr hohe Bedeutung beigemessen. In der Stufe 5/6 fahren die Kinder eine Woche zu einer erlebnispädagogischen Abenteuerfreizeit in die Sportschule Hachen. Mehrere „ältere“ Klassen waren dort auch schon zu einer weiteren Klassenfahrt.
Darüber hinaus können die Schüler/innen auch an einer stufenübergreifenden Skifreizeit teilnehmen, die jedes Jahr Ende Januar mit 40 Kindern in Lofer/ Österreich stattfindet.
Mehr Informationen zur Skifreizeit finden Sie hier.
Sporthelfer/innen
Im Rahmen der schulischen Ausbildung bieten wir für die 7. und 8. Jahrgangsstufe im Rahmen eines Wahlpflichtkurses die Ausbildung zur Sporthelferin bzw. zum Sporthelfer an. Die ausgebildeten Sporthelfer/innen werden dann in der neunten und zehnten Klasse als Hilfen bei Sportfesten eingesetzt.
In der Schule stehen sie außerdem bei Pausenangeboten (z.B. Slackline), stufenübergreifendem Sport (Abenteuersport), beim „Himalaja Projekt“ (die erste Sportstunde der neuen 5. Klassen als eine erlebnispädagogische Einführung mit viel Klettern und Springen) – und als Unterstützung für uns Lehrer im Stundenalltag (Hilfestellung, Rolemodel: role = englisch für „vormachen“) zur Verfügung.
Weitere „bewegte“ Angebote im Ganztag
Von den 50 außerunterrichtlichen Angeboten im Ganztag der Schule sind mehr als 20 bewegungsorientiert!
Kooperationspartner speziell für Bewegungsangebote im Nachmittagsbereich ist der hiesige Verein TSG Sprockhövel. Die Angebotspalette der Übungsleiter reicht von Fußball für Jungen und Mädchen über Akrobatik und Jonglage, Double Dutch (Seilchenspringen), Schwimmen und Tipp-Kick bis hin zu Inliner, Waveboard (ein Brett mit zwei Rollen, aber beweglichem Mittelteil) und X-Slider (ein kleines Rollbrett mit 2 Rollen pro Fuß).
Für Schülerinnen und Schüler mit Defiziten im Bewegungsbereich bieten wir als Förderung die „AG Bewegung“ (kleine und große Spiele, Verbesserung der Motorik) an, die von ausgebildeten Sportübungsleitern durchgeführt wird.
Kooperationspartner für außerschulischen Bewegungsraum ist das „blue-beach Center“ in Witten. Hier können wir eine Indoor-Beach-Halle nutzen, in der wir immer im Februar unsere Sportstunden auf Sand durchführen.
Jeweils 2 Wochen im Winter bietet diese Aktion nicht nur eine nette Abwechslung des alltäglichen Sportunterrichts, sondern ist auch Teil unseres Konzepts „Schule mit Öffnung nach draußen!“
Im Rahmen dieses Vorhabens arbeiten wir außerdem auch mit dem Kletterwald Wetter zusammen. Alle Klassen der MAS waren im Rahmen eines „bewegten Klassenausflugs“ schon dort klettern.
Weiterer wichtiger außerschulischer „Bewegungspartner“ ist schließlich das Freibad Sprockhövel. Nicht nur, dass wir dort im Sommer Teile unseres Schwimmunterrichtes durchführen, auch die Triathlon- AG und unser seit 10 Jahren immer am vorletzten Schultag stattfindendes Wasserfest (für alle Schüler/innen und Lehrer) finden dort statt.
Alles hat eine Geschichte – Bewegung beginnt im Kopf
Wir an der MAS verstehen uns als „bewegte Schule“. Doch Bewegung findet nicht nur auf dem Sportplatz oder in der Turnhalle statt – sie ist auch der Schlüssel zu erfolgreichem Lernen im Klassenzimmer. Um diesen Ansatz weiter zu professionalisieren, haben wir unser Repertoire um einen wichtigen Baustein erweitert: Brain-Gym®.
Damit gehen wir den nächsten logischen Schritt in unserem Schulprogramm. Denn wer körperlich beweglich ist, bleibt auch geistig flexibel.
Was ist Brain-Gym und warum machen wir das?
Hinter dem Begriff Brain-Gym („Gehirn-Gymnastik“) verbirgt sich ein Konzept aus der sogenannten Edu-Kinestetik. Es basiert auf der Erkenntnis, dass Lernen ein ganzheitlicher Prozess ist, an dem der ganze Körper beteiligt ist.
Gerade im Schulalltag kann Stress dazu führen, dass wir „blockieren“. Neurologisch betrachtet bedeutet das oft, dass die Zusammenarbeit zwischen der linken (logisch-analytischen) und der rechten (kreativ-gestaltenden) Gehirnhälfte kurzzeitig unterbrochen ist.
Hier setzt Brain-Gym an. Durch gezielte, oft verblüffend einfache Bewegungsübungen werden diese Blockaden gelöst. Das zentrale Element ist dabei das Überkreuzen der Mittellinie.
Das Prinzip: Wenn z.B. die linke Hand das rechte Knie berührt, müssen beide Gehirnhälften miteinander kommunizieren.
Der Nutzen: Diese Vernetzung ist die neurologische Basis für essenzielle schulische Fähigkeiten wie das flüssige Lesen (beidäugiges Sehen), das Zuhören und Filtern von Informationen (beidseitiges Hören) sowie eine entspannte Stifthaltung (Feinmotorik).
Für unsere Schülerinnen und Schüler bedeutet das: Weniger Stress bei Klassenarbeiten, leichtere Konzentration in den 60-Minuten-Blöcken und ein Werkzeug, um sich selbst wieder „in Balance“ zu bringen.
Kompetenzerweiterung durch Fortbildung
Um dieses Konzept fundiert in den Schulalltag zu integrieren, wurde eine intensive zweitägige Fortbildung („Brain-Gym I“) absolviert. Der Fokus lag darauf, wie wir diese Übungen als „bewegte Pausen“ oder zur individuellen Förderung direkt im Unterricht einsetzen können.
Ein großer Dank gilt hierbei dem ZiFF in Essen (Zentrum für integrative Förderung und Fortbildung). Das ZiFF ist eine der ersten Adressen im Ruhrgebiet, wenn es um hochwertige Fortbildungen in therapeutischen und pädagogischen Bereichen geht – von Logopädie über Ergotherapie bis hin zu Lernförderung. Besonders hervorzuheben war die exzellente Rundum-Betreuung vor Ort. In einer angenehmen Lernatmosphäre, die durch perfekte Organisation und Verpflegung bestach, konnten wir uns voll auf die Inhalte konzentrieren.
Unsere Expertin: Ute Ladewig
Durch die Fortbildung führte uns die erfahrene Instruktorin Ute Ladewig. Als begleitende Kinesiologin (DGAK zertifiziert) und Brain-Gym® Instructorin verfügt sie über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Erwachsenen. Frau Ladewig verstand es meisterhaft, die theoretischen Hintergründe der Gehirnphysiologie praxisnah und lebendig zu vermitteln. Ihre Begeisterung für die Kinesiologie und ihre pragmatische Art, Übungen wie die „Liegende Acht“ oder die „Denkmütze“ zu erklären, haben uns überzeugt. Sie betreibt ihre eigene Praxis für Kinesiologie und Coaching, in der sie Menschen dabei unterstützt, ihre Lern- und Lebenspotenziale zu entfalten.
Fazit: Mit Brain-Gym erweitern wir unser Bewegungskonzept um eine mentale Dimension. Ob auf dem Skater-Parcours oder beim Überkreuzen der Mittellinie im Klassenraum – an der Mathilde-Anneke-Schule bleiben wir in Bewegung.





