Erlebnistage 5/6er
Zusammenhalt stärken, Natur begreifen: Erlebnistage der Jahrgänge 5 und 6
Ein Schuljahr beginnt nicht nur am Schreibtisch – echtes Lernen braucht Kopf, Herz und Hände. Genau unter diesem Leitgedanken stand der Wochenstart für unsere gesamten Jahrgangsstufen 5 und 6.
An zwei aufeinanderfolgenden Tagen verlegte der Doppeljahrgang das Klassenzimmer nach draußen in die Region: vom erlebnispädagogischen Sozialtraining in Wetter bis zur nachhaltigen Apfelernte im Herzen von Sprockhövel.
Montag: Teambuilding und Kooperation im Naturfreundehaus Eggeklause (Wetter)
Am Montag ging es für die Schülerinnen und Schüler mitten ins Grüne zum Naturfreundehaus Eggeklause. Im Rahmen unseres schulinternen Sozialtrainings- und Präventionskonzepts standen handlungsorientierte Kooperations- und Problemlöseaufgaben auf dem Programm, die eindrucksvoll zeigten: Als Team erreichen wir mehr als allein.
Unter fachkundiger Anleitung stellten sich die Kleingruppen abwechslungsreichen Herausforderungen:
* Der Fröbelturm: Hier ging es um Millimeterarbeit und maximale Konzentration. Nur wenn alle gleichzeitig an ihren Schnüren zogen, die Spannung hielten und sich gegenseitig abstimmten, schwebte der Holzbügel präzise über die Klötze, um Turm um Turm sicher aufzuschichten.
* Die Kugelbahn: Mit schmalen Holzrinnen mussten die Kinder eine funktionierende Bahnstrecke bauen, um eine Murmel ans Ziel zu führen. Da das Holzstück nicht bis zum Ende reichte, war blitzschnelles Umschalten gefragt: Wer seine Rinne passiert hatte, sprintete sofort ans vordere Ende der Reihe.
* Die Lochplane: Eine Plane mit zahlreichen Löchern stellte Geschicklichkeit und Kommunikation auf die Probe. Die Aufgabe, einen Ball kontrolliert über die Oberfläche zu balancieren, ohne dass er durch eine der Öffnungen fällt, verlangte präzise Absprachen und feinfühlige Teamarbeit.
* Der Gordische Knoten & Team-Knoten: Auch beim Entwirren von Menschenketten und gegenseitigen Halteübungen auf der Wiese war volles Vertrauen gefragt. Berührungsängste wurden abgebaut und kreative Lösungen gemeinsam erarbeitet.
Dienstag: Ernteeinsatz auf der Streuobstwiese am Seniorenzentrum „Haus am Quell“
Nur einen Tag später folgte direkt der nächste Praxiseinsatz vor Ort: Das Seniorenzentrum Haus am Quell in Sprockhövel öffnete für unsere fünften und sechsten Klassen die Pforten seiner weitläufigen Streuobstwiese.
Bei strahlendem Sonnenschein machten sich die Klassen mit Eimern, Kisten und langen Obstpflückern ans Werk. Hoch oben in den alten Apfelbäumen wurden die reifen, rotbackigen Früchte behutsam von den Ästen gelöst, während am Boden fleißig gesammelt, sortiert und getragen wurde:
* Prall gefüllte Bottiche: Binnen weniger Stunden füllten sich etliche große Zuber bis an den Rand mit knackigen Äpfeln.
* Wertschätzende Verwertung statt Verschwendung: Die Ernte wandert nicht in den Handel, sondern wird von den Schülerinnen und Schülern an der Schule direkt weiterverarbeitet: Ein großer Teil wird zeitnah zu frischem, naturtrübem Apfelsaft gepresst, während im Unterricht duftender Apfelkuchen gebacken und fruchtiges Apfelkompott eingekocht wird.
Pädagogischer Hintergrund: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
Beide Tage greifen gezielt zentrale Handlungsfelder der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf und fördern lebensnahe Kompetenzen:
* BNE-Handlungsfeld „Ernährung, Konsum & Biologische Vielfalt“: Streuobstwiesen zählen zu den wertvollsten und artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Die Kinder erleben den Lebenszyklus von Kulturpflanzen und begreifen den Wert regionaler, saisonaler Lebensmittel. Wer selbst gepflückt und getragen hat, entwickelt eine grundlegende Wertschätzung für Nahrungsmittel und lernt geschlossene Produktionskreisläufe schätzen.
* Gestaltungs- und Sozialkompetenz: Die Kooperationsübungen an der Eggeklause trainieren Selbstreflexion, Frustrationstoleranz, Empathie und Konfliktfähigkeit. Die Schülerinnen und Schüler erfahren unmittelbar, wie wichtig aktives Zuhören und respektvolles Miteinander für das Erreichen eines gemeinsamen Ziels sind.
* Partizipation und generationenübergreifendes Miteinander: Der Besuch am Haus am Quell schafft Berührungspunkte im städtischen Lebensraum. Die Begegnungen vor Ort bauen Distanzen ab und stärken das Verständnis für gelebte Nachbarschaft und soziales Engagement.
Ein herzliches Dankeschön geht an das Team des Naturfreundehauses Eggeklause für das methodisch starke Training sowie an die Leitung und die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses am Quell für das Vertrauen und die herzliche Aufnahme auf ihrer Wiese!
Fotoserien
Erlebnistage 5/6er (16.09.2026)
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